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Erlebnisbericht
Sol Naciente
Pachacutec
Aulas
Las Maestras
Desayuno
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Erlebnisbericht

“Mit leerem Magen lässt es sich nicht lernen...”

Eine wichtige Einrichtung der Schule ist der “Comedor”, die Schulküche. Es gibt jeden Tag gegen 10:30 Uhr ein “Desayuno”, ein Frühstück. Das besteht aus einer warmen, nahrhaften Speise sowie Obst und Vollkornbrot. “Des-ayuno” heißt ebenso wie “Dé-jeuner” eigentlich “Fasten-Brechen”, und in der Tat, die Kinder hätten ohne dieses Desayuno wenig im Magen.

Die warme Speise ist jeden Tag eine andere: zum Beispiel ein Brei aus Quinoa (einer typischen Schlehenart aus dem peruanischen Hochland) oder Milchreis vermischt mit Kakao-Pulver oder Mátchica (einem Mehlgemisch aus verschiedenen Getreide- und Mais-Sorten, das die Kinder auch gerne pur mit dem Finger naschen). Beides habe ich probiert und auch mir hat es geschmeckt und war eine Wohltat an den feuchtkalten Vormittagen.

Das Vollkornbrot gibt es nicht überall und ist teurer als Weißbrot, aber man legt großen Wert auf eine ausgewogene Ernährung. Sol Naciente bekommt von der Adventistenbäckerei Buenpastor in Ventanilla jeden Tag die kleinen Vollkornbrötchen frisch angeliefert. Jedes Kind erhält ein Brötchen.

Jede Klasse holt sich die Verpflegung im Comedor ab, der außerhalb des Schulareals gelegen ist. Gegessen wird im Klassenraum, nachdem gebetet und Gott für die Speisen gedankt worden ist.

Die Kinder bringen selbst einen Liter Trinkwasser in irgend einem Gefäß pro Tag mit, das ist eine Bedingung, welche die Schule an die Eltern stellt. Wasser ist ohnehin ein knappes Gut in der Küstenwüste von Pachacútec, mit dem vorsichtig umgegangen wird.

Meistens ist dieses Desayuno die erste Mahlzeit am Tag für die Kinder (und manchmal wohl auch die letzte). Und abhängig von der Konzentrationsfähigkeit der Kinder geht eine Erzieherin mit ihrer Klasse bzw. einer Abordnung auch vor 10:30 Uhr das Frühstück holen. Mit leerem Magen lässt es sich eben nicht lernen. Das merkt eine Erzieherin sofort an der Unruhe in der Klasse.

Früher gab es auch noch eine Mittagsmahlzeit um 12:30 Uhr, bevor die Kinder nach Hause gehen. Diese musste jedoch wegen fehlender finanzieller Unterstützung eingestellt werden. Eine Maßnahme, die allseits bedauert wird.

Eingekauft wird jeweils am Freitag nachmittag für die kommende Woche (wobei Obst immer Montags eingekauft wird, um die Frische zu gewährleisten). Mit dem schuleigenen Minibus (eigentlich ein Wrack aber eine große Erleichterung für so viele Fahrdienste) bin ich einmal auf den entlegenen aber preiswerten Großmarkt mitgefahren – ein eindrucksvolles Erlebnis.

Manuela macht die Einkäufe zur Chefsache und feilscht weltmeisterlich. Bei vielen Händlern ist sie ohnehin bekannt und bekommt günstigere Preise bzw. Mengenrabatte.

 

Manuela feilscht Weltmeisterlich...

...auf dem “Großmarkt”

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