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Erlebnisbericht

Fliegende Klassenzimmer

Bei meinen beiden Besuchen in der Schule wurde ich sehr freundlich aufgenommen und alles wurde mir ausführlich erklärt. Jeder einzelnen Klasse wurde ich vorgestellt, den beiden Iniciales und den sechs Klassen der Primaria (wobei die fünfte und sechste Klasse aus Platzknappheit in einem Schulraum unterrichtet werden).

Manuela versäumte es natürlich auch hier nicht, jeder Klasse zu berichten, daß ich eine Spende mitgebracht hatte und so bedankten sich die Erzieherinnen und die Kinder jedesmal artig. Und ich habe erzählt, daß ich, sobald wieder zurück in Deutschland, Botschafter für die Schule bin, was ich hiermit auch zu erfüllen suche.

Für mich war dies etwas ganz Neues. Ich stand da vor einer Klasse von Kindern, die mich alle mit großen Augen anstaunten (einer sagte zu mir “tú tienes una nariz grande” – “du hast eine große Nase”). Manuela stellt mich vor und die Klasse begrüßt mich. Zumeist auf englisch mit “good morning”, da ab der ersten Klasse bereits Englisch gelehrt wird. Ich muß, nachdem geklärt ist, woher ich komme und wie ich heiße (“Francisco” oder “Franklin” auf Spanisch), natürlich auch etwas in deutscher Sprache erwidern.

Eine Begebenheit ist mir besonders eindrücklich in Erinnerung geblieben. Die Klasse hatte gerade Musikunterricht und stellte mir zwei Lieder vor begleitet von einem Schüler und einer Schülerin auf der Flöte. Und dann wieder die großen Augen, die mich erwartungsvoll anblickten. Denn ich war aufgefordert worden, Liedgut aus Deutschland zum Besten zu geben. Völlig unvorbereitet und perplex stand ich vor der Klasse und fühlte mich aufgeregter und angespannter als auf jeder beruflichen Veranstaltung. Alles was mir einfiel war “Oh Tannenbaum” und dann, noch schlimmer, “alle meine Entlein”. Als die Kinder dann die peruanische Version von “alle meine Entlein” zurücksangen, wußte ich jedenfalls auf welchem musikalischen Niveau ich mich bewegte.

Mein Eindruck ist, daß diese Schule nicht nur Lehranstalt ist, sondern auch Lebensfreude in die Kinderherzen bringt. In dem harten Alltag und der tristen Umgebung von Pachacútec stellt die bunt bemalte Schule wahrlich einen Lichtblick dar. Hier wird gelernt, gesungen und gespielt. All dies behutsam und mit viel Sorgfalt angeleitet von Erzieherinnen, die überwiegend aus der Wüste stammen, also an dem Ort lehren, aus dem sie hervorgegangen sind.

 

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