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www.Pachacutec.de

Die Seiten der Küstenwüstenschule “Sol Naciente” in Pachacútec, Lima, Peru

Aktuell: Eine Zwischenbilanz!

Unser Jubiläum! -
20 Jahre Pädagogik für die Wüste

Liebe Mitstreiter, Interessenten, Förderer, Gutgesinnte,

in den vergangenen Monaten haben Sie keine Neuigkeiten von uns gehört. Das Positive zuerst: Es gibt uns noch! Aber die Schule hat ein bewegtes Jahr hinter sich - man könnte sagen “Umwälzungen”. Hier die wesentlichen Neuerungen und Entwicklungen im Überblick:

  • Pädagogische Leitung aus Deutschland für 2005 vor Ort in Pachacutec
  • Polo Castaneda, der Bruder von Manuela, hat die Organisation übernommen. Aus Altersgründen ist Manuela von allzu aktiver Arbeit zurückgetreten.
  • Die Staatskirche hat mit spanischen Fördergeldern eine dreistöckige Schule direkt neben unserer Sol Naciente gebaut. Diese offizielle “Gratis-Schule” hat zu einem Abgang von Kindern geführt, deren Eltern bei uns Schulgeld bezahlen müssen.
  • Wir sind dabei unsere Nische zu finden - mit Angeboten, die uns von der staatlichen Schule abheben.

Wir erwarten im Jahr 2005 die höchste Kompetenz, wo sie fehlt, nämlich in der eigenen Pädagogik, durch "Suse" Ursula Gräbener, über 50, staatlich angestellte Fachfrau für Strassenkinder in Hannover, die neue Ufer sucht und uns versuchen will. Sehr lieb und genau DAS, was fehlt. Lebenserfahrene, pädagogische Hoffnung, die unser Gerüst mit professionellerem Leben erfüllen kann.

Es ist mit Polo das Weiterbestehen der Schule gesichert, er ist supernett und väterlich, und motorisiert. Aber wir haben statt 200 heute 26 Kinder, und das soll mit der Hitzeferienschule und erst recht mit dem Schulbeginn im März wieder besser werden. Zur Zeit kooperiert man mit der Neugründung einer von uns früher ausgebildeten Spontanlehrerin, PRONEI (amtliche Kategorie für Schulen) gleich daneben, die auch etwa 26 Kinder hat und bei uns mitißt. Die Säule Schulspeisung fehlt nie im Programm, ebensowenig el inglés (Englisch-Unterricht), allerdings lehrt zur Zeit nicht mehr Yora, sondern Raquel das Englisch, das sie am Instituto Británico lernt

Wir waren der Typ Pionierbegleitschule, Barfußschule an der Front, wo man das Überleben lernt. Auch in Pachacutec waren wir die ersten, wo noch keine Schule für die Neusielder = Invasores stand, in der blanken Düne. Rasend schnell mausert sich der leere Sand zur Vorstadt. Jetzt hat sich mit massivem spanischem Geld ein Gebäude der Staatsreligion ohne Rücksicht auf die Mittellinie gleich neben uns gesetzt und die schauen uns bereits aus dem dritten Stock über die Palisaden. Allerdings gilt für die Nachbarn auch das Gesetz, daß die Peruaner überzeugungslos dahin strömen, wo irgend jemand irgend etwas gratis anbietet. Wenn das Licht aus Geldmangel erlöscht, ziehen sie überzeugungslos zum nächsten Feuerchen.  Aber was heisst schon “Gratis”, wenn in der Staatsschule Uniformzwang herrscht...

Aus mehreren Gründen müssen wir jetzt zeitgemäß von der Quantität zur Qualität einer Nische kommen, mit vier Bestandteilen:

  1. Schulspeisung: Wir können weit und breit die beste Schulspeisung bieten, naturbelassen und geschmackvoll.
  2. Heilpädagogik: Wir können weit und breit die einzige Heilpädagogik bieten (Hoffnungsträgerin Suse)
  3. Englisch-Unterricht: Wir können uns mit u.a. von AUSländern gebotenes Englisch (Ingles) brüsten
  4. Kunsthandwerk: Ich ziehe mehr Kunst à la Waldorfschulen nach Sol Naciente.
  5. Feste: Jahrestage, Empfänge von Gästen aus dem Ausland, Kreisspiele
  6. Familienplanung

Staatliche Schulen können das nie bieten. Ihre crackers und Pulvermilch sind 08/15. Ihr Lehrplan ist passe-par-tout et passe-par-toutes, nicht spezialisierungsfähig. Aber müssen wir uns darüber klar sein, daß unsere Pionierleistungen über 20 Jahre niemandem mehr bekannt sind, und mit Energie die Nische ausbauen, die heute Chancen hat.

Unsere Holzschule ist einfach schön und bunt, Verdienst von Manuela. Constructora ist Manuela. Dagegen ist Polo lieb und weich. Er wird Suse willkommen heißen. Sie hat in 30 Minuten Entfernung zur Schule ein blitzsauberes und sicheres Haus mit vier Badezimmern zur Verfügung.

Pachacútec verändert sich, und die Zufahrtstrasse wird geteert. Wüstenfuchs und Pelikan sagen sich hier nicht mehr Gutenacht; Fuchs und Hase sind weiter in die Wüste gezogen; wohin wir ihnen dieses sechste Mal aus Altersgründen nicht mehr folgen können.

Wer erinnert sich noch an unsere Schneiderei? An die Theatervorführungen? An den Kunstunterricht? An das wochenendliche Schnuppern (3 Stunden Weg hin, 3 zurück) bei der Waldorfschule?

Wie Bolivar klagte, "ich habe eine Linie ins Meer gezogen".

Konrad Borst im Oktober 2004

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